Wärmedämmung durch Plissees: Wovon sie abhängt

Wie stark ein geschlossenes Plissee dämmt, bestimmen Spaltmaße, Porosität und Beschichtung nach DIN EN 13125 sowie der U-Wert des Fensters.

Blaues Wabenplissee halb heruntergelassen vor einem Fenster mit weißem Rahmen.
Ratgeber
October 10, 2026
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Ein geschlossenes Plissee senkt den U-Wert eines Fensters, aber nur über den zusätzlichen Wärmedurchlasswiderstand, den DIN EN 13125 dafür festlegt. Über die Wärmedämmung durch Plissees entscheidet, wie dicht der Behang ringsum anschließt und wie gut das Fenster vorher gedämmt war. Je schlechter der Ausgangswert, desto größer der Effekt.

Die Norm bewertet nicht den Wärmedurchlasswiderstand des Behangs, sondern seine Luftdurchlässigkeit. Sie addiert die Zwischenräume oben, unten und seitlich. Dazu kommt die Porosität des Stoffs. Daraus folgt eine Luftdurchlässigkeitsklasse, daraus ein fester zusätzlicher Wärmedurchlasswiderstand. Eine Beschichtung mit niedrigem Emissionsvermögen erhöht ihn über einen Korrekturfaktor. Das Ergebnis geht in den U-Wert des Fensters ein.

Was der U-Wert über die Wärmedämmung von Fenstern aussagt

Der U-Wert ist der Wärmedurchgangskoeffizient. Er gibt an, wie viel Wärme pro Quadratmeter Fensterfläche und Grad Temperaturunterschied nach außen abfließt. Ein kleinerer Wert bedeutet weniger Verlust. Das Berechnungsverfahren für Fenster und Türen legt DIN EN ISO 10077-1:2020-10 fest.

Diese Norm berücksichtigt in Abschnitt 6.4.2.2 den zusätzlichen Wärmedurchlasswiderstand von Abschlüssen wie Rollläden oder Jalousien. Der normative Anhang C verweist dafür in Tabelle C.1 auf DIN EN 13125, DIN EN 13659 und DIN EN 13561. Markisen und innere Abschlüsse erfasst DIN EN ISO 10077-1 dagegen nicht. Für sie bietet DIN EN 13125 die Berechnungsmöglichkeit.

Ein Plissee hängt im Raum. Es ist damit ein innerer Abschluss, wie die anderen Varianten im innenliegenden Sonnenschutz. Die Wärmedämmung durch Plissees bemisst sich deshalb nach DIN EN 13125. Wie groß der Gewinn ausfällt, hängt vom Ausgangszustand des Fensters ab.

In deutschen Wohngebäuden sind Fenster mit Einfachverglasung, Verbund- und Kastenfenster sowie unbeschichtete Isolierverglasung mit energetischem Modernisierungsbedarf verbaut. Das zeigt eine gemeinsame Studie von Verband Fenster + Fassade und Bundesverband Flachglas (Stand: 2021).

Welche Rolle DIN EN 13125 und die Luftdurchlässigkeitsklasse spielen

DIN EN 13125:2001-10 ordnet Abschlüsse am Fenster anhand ihrer Luftdurchlässigkeit einem festen zusätzlichen Wärmedurchlasswiderstand zu. Innere Abschlüsse fallen in eine von drei Klassen. Maßgeblich ist der Wert Pe in Millimetern. Er ergibt sich aus Pe = etot + (10 × p).

In diese Rechnung gehen zwei Größen ein:

  • etot als Summe der umgebenden Zwischenräume: Spalt oben, Spalt unten und der seitliche Spalt, der nur einmal gezählt wird
  • p als Luftdurchlässigkeit des Behangs in Prozent, also seine Porosität

Je kleiner Pe ausfällt, desto höher die Klasse und desto größer der zusätzliche Wärmedurchlasswiderstand:

KlasseLuftdurchlässigkeitPeZusätzlicher Wärmedurchlasswiderstand
1hoch und höchst80 mm und mehr0,08 m²K/W
2mittel20 mm bis unter 80 mm0,11 m²K/W
3niedrigunter 20 mm0,14 m²K/W
Zusätzlicher Wärmedurchlasswiderstand der drei Luftdurchlässigkeitsklassen nach DIN EN 13125 für Plissees
Je niedriger die Luftdurchlässigkeit, desto höher der zusätzliche Wärmedurchlasswiderstand nach DIN EN 13125.

Für Innenjalousien ist ohne eigenen Nachweis ein Pauschalwert von p = 4 Prozent anzunehmen.

Der Wärmedurchlasswiderstand des Behangs selbst bleibt bei Markisen und inneren Abschlüssen unberücksichtigt. Für Beschichtungen mit niedrigem Emissionsvermögen enthält DIN EN 13125 dagegen Korrekturfaktoren: Der nach Luftdichtheitsklasse ermittelte Wert wird mit dem Faktor k multipliziert. Bei Außenprodukten ist das wegen der möglichen Hinterlüftung unzulässig. Die dämmende Luftkammer eines Wabenplissees verbessert die Klasse nicht; rechnerisch zählen die Spaltmaße, die Porosität und eine low-E-Beschichtung.

Wie der Einbauabstand die Wärmedämmung durch Plissees verändert

Aus dem U-Wert des Fensters und dem zusätzlichen Wärmedurchlasswiderstand ergibt sich der U-Wert bei geschlossenem Behang nach der Gleichung UWS = 1 / (1/UW + ΔR). Die folgende Rechnung wendet die drei Klassenwerte auf drei angenommene Fenster an; alle Ergebnisse in W/(m²K) (Stand: Oktober 2026):

Angenommenes FensterKlasse 1Klasse 2Klasse 3
Isolierverglasung, UW 3,02,422,262,11
UW 1,31,181,141,10
Dreifach-Wärmeschutzverglasung, UW 1,00,930,900,88

Beim angenommenen Isolierglasfenster sinkt der Wert um rund 0,6 bis 0,9 W/(m²K). Bei der Dreifachverglasung sinkt er um nur rund 0,07 bis 0,12 W/(m²K).

Vergleich der Wärmedämmung durch Plissees bei Isolierverglasung und Dreifachverglasung
Ein geschlossenes Plissee senkt den U-Wert bei Isolierverglasung stärker als bei Dreifachverglasung (Stand: Oktober 2026).

Die Technische Richtlinie des Bundesverbands Rollladen + Sonnenschutz (Ausgabe April 2024) stellt dazu eine Simulationsstudie im Auftrag des Industrieverbands ITRS vor. Für einen Beispielraum mit Isolierverglasung und einem Abschluss der Klasse 1 beziffert sie die Einsparung beim Nutzwärmebedarf auf 3 bis 7 Prozent, wenn der Behang von 22 bis 6 Uhr geschlossen bleibt; der untere Wert gilt bei einem Fensterflächenanteil der Fassade von 30 Prozent, der obere bei 100 Prozent.

Bei Dreifach-Wärmeschutzverglasung sinkt dieselbe Spanne auf 1 bis 2,5 Prozent (Stand: 09/2011). Die Zahlen stammen aus der Simulation einer Einzelraumgeometrie für Wohn- und Büronutzung, nicht aus einer Messung im Bestand.

Am Versuchsgebäude VERU in Holzkirchen hat das Fraunhofer-Institut für Bauphysik ermittelt, wie ein geschlossener Rollladen den Wärmedurchgang einer Wärmeschutzverglasung in Winternächten verändert. Der aus den Messdaten abgeleitete Ug-Wert sank von etwa 1,05 auf 0,85 W/(m²K) (Stand: 2009). Gemessen wurde an zwei Holzfenstern eines Versuchsraums, ausgewertet wurden nur die Nachtstunden.

Ohne Beschichtung endet der zusätzliche Wärmedurchlasswiderstand innerer Abschlüsse bei 0,14 m²K/W. Mit einer low-E-Beschichtung des Emissionsgrads 0,3 erreicht ein dicht eingepasster Faltstore der Klasse 3 im Rechenbeispiel der Technischen Richtlinie 0,24 m²K/W.

Der Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz ordnet innenliegenden Sonnenschutz als Ergänzung ein: Plissees oder Rollos können den Effekt geschlossener Rollläden steigern, weil an der Innenseite der Scheibe eine weitere isolierende Schicht entsteht.

Die Technische Richtlinie gibt für eingepasste innere Abschlüsse eine Tabelle üblicher Zwischenräume aus Anhang B der DIN EN 13125 wieder. Eingepasst bedeutet ein genaues Aufmaß. Der dort als Faltstore geführte Abschluss erreicht im Falz montiert die kleinsten Spaltmaße, vor dem Rahmen die größten. Bei eingepassten inneren Abschlüssen sind damit höhere Klassen mit niedrigerer Luftdurchlässigkeit erreichbar.

Deshalb entscheidet die Montage über die Wärmedämmung durch Plissees. Wir fertigen Plissees nach Maß in der eigenen Werkstatt am Gewerbehof Westend. Das Aufmaß nehmen wir bei Ihnen vor Ort. An vielen Fenstern hält ein Plissee ohne Bohren über Klemm- und Spannschuhe direkt am Flügel.

Für ein Aufmaß vor Ort erreichen Sie uns unter 089 503822. Schreiben Sie uns die Fenstermaße und die Verglasungsart an info@eckerl.de.

Warum dicht schließende Plissees die Scheibe kälter halten

Ein dichter Anschluss verbessert die Klasse. Er verändert zugleich die Temperatur der Scheibe. Die Technische Richtlinie hält fest, dass bei innenliegenden Abschlüssen eine hinterlüftete Montage vorteilhaft ist. Zwischen Fenster und Beschattung herrscht dann nahezu Raumtemperatur. Die Scheibe bleibt dadurch wärmer als bei dichtem Anschluss.

Umgekehrt erreicht weniger warme Raumluft das Glas, je dichter der Behang den Luftraum vor der Scheibe abtrennt. Die Scheibe bleibt kälter als bei offenem Behang.

Eine kältere Scheibe unterschreitet den Taupunkt der Raumluft früher. Raumluft gibt Feuchtigkeit ab, sobald sie an einer Fläche unter ihre Taupunkttemperatur abkühlt. Dann bildet sich Kondenswasser am Fenster. Schimmelbildung durch Tauwasser setzt voraus, dass diese Feuchtigkeit über längere Zeit stehen bleibt.

Ein dichter Anschluss bringt den besseren Rechenwert für die Wärmedämmung durch Plissees. Ein hinterlüfteter Behang hält die Scheibe wärmer und verringert damit das Kondenswasser am Fenster. Wer Schimmelbildung durch Tauwasser vermeiden will, lüftet morgens und trocknet sichtbares Wasser ab.

Mit welchen Schritten Sie die Dichtigkeit Ihres Plissees prüfen

Die Einbausituation können Sie selbst beurteilen und so die Wärmedämmung durch Plissees einordnen. Fünf Schritte genügen dafür:

  1. Sehen Sie morgens vor dem Öffnen des Behangs auf die Scheibe und notieren Sie beschlagene Flächen oder Wasser am Rahmen.
  2. Prüfen Sie, wo der Behang sitzt: im Glasfalz, auf dem Fensterflügel oder vor dem Rahmen an der Wand.
  3. Messen Sie den Spalt oben, den Spalt unten und einen der seitlichen Spalte mit einem Lineal und addieren Sie die Millimeter.
  4. Halten Sie bei geschlossenem Behang die Hand in den unteren Spalt. Strömt dort kalte Luft heraus, trägt Konvektion Raumwärme an die Scheibe.
  5. Vergleichen Sie Ihre Summe mit den Pe-Grenzen aus der Tabelle oben.

Die Luftdurchlässigkeitsklasse wird am Produkt bestimmt. Die Porosität des Stoffs können Sie zu Hause nicht messen. Ihr Ergebnis ersetzt deshalb kein Datenblatt und keine Berechnung nach DIN EN 13125. Für die Entscheidung zwischen dichtem Anschluss und hinterlüfteter Montage reicht es aus.

Zusammenfassung

Die Wärmedämmung durch Plissees hängt an Spaltmaßen, Porosität und einer möglichen low-E-Beschichtung des Behangs. Bei schlecht gedämmten Fenstern fällt der Gewinn größer aus als bei Dreifachverglasung.

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Kurt Eckerl GmbH: Wärmedämmung durch Plissees am eigenen Fenster klären

Die Kurt Eckerl GmbH fertigt Plissees nach Maß in der eigenen Werkstatt. Der Familienbetrieb besteht seit 1938 in München. Wollen Sie die Wärmedämmung durch Plissees an Ihrem Fenster einordnen, schreiben Sie uns die Fenstermaße und die Verglasungsart an info@eckerl.de oder rufen Sie 089 503822 an. Unsere Werkstatt finden Sie in der Gollierstraße 70, Eingang C, 80339 München.

Häufige Fragen

Reicht die Wärmedämmung eines Wabenplissees mit Aluminium-Beschichtung aus?

Eine Beschichtung mit niedrigem Emissionsvermögen geht über einen Korrekturfaktor in die Berechnung nach DIN EN 13125 ein. Maßgeblich bleiben die Spalte ringsum und die Porosität.

Lohnt sich ein Plissee im Winter bei Dreifachverglasung?

Der Unterschied bleibt klein. Ein U-Wert von 1,0 W/(m²K) sinkt mit Klasse 3 auf rund 0,88 W/(m²K) (Stand: Oktober 2026).

Welchen Mindestabstand braucht ein Plissee zur Fensterscheibe?

Für die Dämmwirkung bewertet DIN EN 13125 nicht einen einzelnen Abstand, sondern die Summe der Spalte oben, unten und seitlich samt Porosität des Behangs.

Quellen

Joschka Großer, Geschäftsführer der Kurt Eckerl GmbH
Über den Autor
Joschka Großer
Geschäftsführer der Kurt Eckerl GmbH

Joschka Großer hat die Geschäftsführung 2026 übernommen. Davor hat er lange die Gewerbekunden des Betriebs in München betreut, heute ist er mit seinem Team Ansprechpartner für Verkauf und Reparatur. Im Ratgeber schreibt er über Sonnenschutz, Raumakustik und die Vorschriften, die dafür gelten.

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Nahaufnahme strukturierter, metallischer Lamellen mit Licht an den Kanten.